Amnesty International Indien Koordinationsgruppe

Impressum | Login

Indien Koordinationsgruppe

StartseiteOrissa: Keine Expansion der Aluminium-Raffinerie

Was ist auf dem Bild zu sehen?

20.07.2011

Orissa: Keine Expansion der Aluminium-Raffinerie

Der High Court von Orissa hat die Entscheidung der indischen Regierung vom August 2010 bestätigt, mit der die Pläne der Firma Vedanta Aluminium zur Erweiterung ihrer Raffinerie auf die sechsfache Kapazität abgelehnt worden waren.

Der High Court von Orissa lehnt die Pläne von Vedanta Resources ab.


Amnesty International hat die indischen Behörden aufgefordert, die sofortige Sanierung einer Aluminium-Raffinerie im Bundesstaat Orissa anzuordnen, nachdem der High Court von Orissa entschieden hat, Pläne für ihre Expansion abzulehnen. Die Raffinerie wird von einer Tochtergesellschaft des britischen Konzerns Vedanta Resources betrieben.

Der High Court von Orissa bestätigte am Dienstag den Beschluss der indischen Regierung vom August 2010, mit dem die Pläne von Vedanta Aluminium für die Erweiterung der Raffinerie in Lanjigarh auf das Sechsfache abgelehnt wurden. Begründet wurde dies damit, dass das Projekt die Umweltgesetze des Landes verletzte.

Vedanta Aluminium hat die Entscheidung des Ministeriums für Umwelt und Forsten im November 2010 vor dem High Court angefochten.

„Diese Entscheidung ist von enormer Bedeutung für die lokalen Gemeinschaften, die gekämpft haben, um diese Expansion zu verhindern", sagte Madhu Malhotra, stellvertretende Direktorin des Asien-Pazifik-Programms von Amnesty International.

„Die Raffinerie, die seit vier Jahren in Betrieb ist, entspricht nicht den anerkannten nationalen und internationalen Normen in Bezug auf ihre ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Auswirkungen. Die Behörden müssen eine sofortige Sanierung des Standorts anordnen und den Gesundheitszustand der lokalen Gemeinschaften kontrollieren.

„Das Ministerium für Umwelt und Forsten muss auch eine unabhängige Prüfung vornehmen, ob der fast volle 28 Hektar große Rotschlammteich der Raffinerie, an dem im April und Mai zwei Lecks entdeckt wurden, in Übereinstimmung mit den indischen Umweltschutzgesetzen und internationalen Standards betrieben wird.“

Die Einwohner von 12 Dörfern, die im Schatten der riesigen Raffinerie leben - größtenteils Majhi Kondh Adivasis (Ureinwohner) und Dalit-Gemeinschaften, die ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft beziehen - haben schon seit langem gegen den Ausbau gekämpft, mit dem Argument, er würde eine zunehmende Verunreinigung von Land und Wasser bewirken.

Das Ministerium für Umwelt und Forsten wies die Expansionspläne am 24. August 2010 zurück. Es lehnte auch Pläne von Sterlite India (einer anderen 'Tochter von Vedanta Resources) und der staatlichen Orissa Mining Corporation ab, Bauxit in den Niyamgiri Hills in der Nähe von Lanjigarh zu schürfen, nachdem festgestellt worden war, dass dies die Wald- und Umweltgesetze sowie die Rechte der Dongria Kondh (einer Adivasi-Gemeinschaft) verletzen würde.

Einsprüche von Sterlite India und Orissa Mining Corporation hiergegen sind im National Green Tribunal und im Obersten Gerichtshof von Indien anhängig.

English version: Orissa high court rejects Vedanta refinery expansion