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29.06.2010

Europäisches Parlament hilft Bhopal-Opfern

Das Europäische Parlament hat sich dazu bereit erklärt, die Kosten für eine gründliche Untersuchung der Kontamination der Unglücksstelle von Bhopal zu tragen. Dies teilten am 23. Juni Mitglieder der Indien-Delegation des Europäischen Parlaments der indischen Regierung mit.

Im zentralindischen Bhopal entwichen am 2. und 3. Dezember 1984 tonnenweise tödliche Chemikalien aus der Pestizidfabrik des Unternehmens Union Carbide Corporation (UCC) mit Sitz in den USA. Rund eine halbe Million Menschen waren ihnen ausgesetzt. Zwischen 7.000 und 10.000 Menschen starben unmittelbar danach, weitere 15.000 über die folgenden 20 Jahre. Mehr als 25 Jahre lang wurde niemand für diese Katastrophe zur Rechenschaft gezogen, erst Anfang Juni wurden sieben indische Staatsbürger wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Auch wurde das Gebiet der Katastrophe in über 25 Jahren nicht gereinigt, und über das Leck und seine Auswirkungen liegt der Öffentlichkeit noch immer keine genaue Untersuchung vor. Mehr als 100.000 Menschen leiden weiterhin an gesundheitlichen Problemen, ohne die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten, und Überlebende warten noch immer auf eine angemessene Entschädigung und volle Wiedergutmachung für ihre Leiden. Die Initiative des Europäischen Parlaments ist ein wichtiger Schritt, um endlich eine Reinigung des Gebiets und eine effektive Hilfe für die betroffenen Menschen zu erreichen.

2009 hatten Mitglieder von Amnesty International in ganz Europa mit der Bhopal Bustour auf die Folgen der Katastrophe und die fehlende Hilfe für die Opfer aufmerksam gemacht. Der Bus mit den Zeitzeugen und Aktivisten aus Indien fuhr auch durch Deutschland und machte Station in Heidelberg, Mainz, Bonn, Köln, Leverkusen, Berlin, Jena, Bamberg und München. Die Bhopal Bustour wurde als wichtiger Faktor für die positive Entscheidung des Europäischen Parlaments genannt.